Freitag, 7. September 2012

Der Chili-Contest

Ein absoluter Klassiker!!
Hatte es vor Jahren mal gelesen, jetzt durch Zufall wieder gefunden und, nachdem ich wieder atmen konnte, für Euch eingefügt.
Viel Spaß :)

Kürzlich wurde meinem Freund Edgar die Ehre zuteil, als Ersatzpunktrichter bei einem Chili-Kochwettbewerb zu fungieren.




Der ursprüngliche Punktrichter war kurzfristig erkrankt und er stand gerade in der Nähe des Punktrichtertisches herum und erkundigte sich nach dem Bierstand, als die Nachricht über die Erkrankung eintraf.



Die beiden anderen Punktrichter (beide gebürtige Texaner) versicherten ihm, daß die zu testenden Chilis nicht allzuscharf sein würden. Außerdem versprachen Sie Freibier während des ganzen Wettbewerbes und Edgar dachte sich wohl “PRIMA, LOS GEHT`S! …



Hier sind die Bewertungskarten, die die einzelnen Richter ausfüllen mußten:



Chili Nr 1: Mike`s Maniac Mobster Monster Chili



Richter 1: Etwas zu Tomatenbetont; amüsanter Kick



Richter 2: Angenehmes, geschmeidiges Tomatenaroma. Sehr mild.



Edgar: Ach Du Scheiße! was ist das für Zeug!? Damit kann man getrocknete Farbe von der Autobahn lösen!!

Ich brauchte zwei Bier um die Flammen zu löschen; ich hoffe, das war das übelste; Diese Texaner sind echt bescheuert!



Chili Nr 2: Arthur`s Nachbrenner Chili



Richter 1: Rauchig, mit einer Note von Speck. Leichte Pepperonibetonung



Richter 2: Aufregendes Grill Aroma, braucht mehr Peperonis um ernst

genommen zu werden.



Edgar: Schließt dieses Zeug vor den Kindern weg! Ich weiß nicht, was ich außer Schmerzen hier noch schmecken könnte. Zwei Leute wollten mir erste Hilfe leisten und schleppten mehr Bier ran, als sie meinen Gesichtsausdruck sahen.



Chili Nr 3: Fred`s berühmtes “Brennt die Hütte nieder Chili”



Richter 1: Excellentes Feuerwehrchili! Mordskick! Bräuchte mehr Bohnen.



Richter 2: Ein Bohnenloses Chili, ein wenig salzig, gute Dosierung roter

Pfefferschoten.



Edgar: Ruft den Katastrophenschutz! Ich habe ein Uranleck gefunden.

Meine Nase fühlt sich an, als hätte ich Rohrfrei geschnieft. Inzwischen weiß jeder was zu tun ist: bringt mir mehr Bier, bevor ich zünde!!

Die Barfrau hat mir auf den Rücken geklopft; jetzt hängt mein Rückgrat vorne am Bauch. Langsam krieg ich eine Gesichtslähmung von dem ganzen Bier.



Chili Nr. 4: Bubba`s Black Magic



Richter 1: Chili mit schwarzen Bohnen und fast ungewürzt. Enttäuschend.



Richter 2: Ein Touch von Limonen in den schwarzen Bohnen. Gute Beilage für Fisch und andere milde Gerichte, eigentlich kein richtiges Chili.



Edgar: Irgendetwas ist über meine Zunge gekratzt, aber ich konnte nichts schmecken. Ist es möglich einen Tester auszubrennen? Sally, die Barfrau stand hinter mir mit Biernachschub; die hässliche Schlampe fängt langsam an HEISS auszusehen; genau wie dieser radioaktive Müll, den ich hier esse.

Kann Chili ein Aphrodisiakum sein?



Chili Nr. 5: Lindas legaler Lippenentferner



Richter 1: Fleischiges, starkes Chili. Frisch gemahlener Chayennepfeffer fügt einen bemerkenswerten Kick hinzu. Sehr beeindruckend.



Richter 2: Hackfleischchili, könnte mehr Tomaten vertragen. Ich muß zugeben, daß der Chayennepfeffer einen bemerkenswerten Eindruck hinterläßt.



Edgar: Meine Ohren klingeln, Schweiß läuft in Bächen meine Stirn hinab und ich kann nicht mehr klar sehen. Mußte furzen und 4 Leute hinter mir mußten vom Sanitäter behandelt werden. Die Köchin schien beleidigt zu sein, als ich ihr erklärte, daß ich von Ihrem Zeug einen Hirnschaden erlitten habe.

Sally goß Bier direkt aus dem Pitcher auf meine Zunge und stoppte so die Blutung. Ich frage mich, ob meine Lippen abgebrannt sind.



Chili Nr 6: Veras sehr vegetarisches Chili



Richter 1: Dünnes aber dennoch kräftiges Chili. Gute Balance zwischen Chilis und anderen Gewürzen.



Richter 2: Das beste bis jetzt! Agressiver Einsatz von Chilischoten, Zwiebeln und Knoblauch. SUPER!



Edgar: Meine Därme sind nun ein gerades Rohr voller gasiger, schwefeliger Flammen. Ich habe mich vollgeschissen als ich furzen mußte und ich fürchte es wird sich durch Hose und Stuhl fressen. Niemand traut sich mehr hinter mir zu stehen. Kann meine Lippen nicht mehr fühlen. Ich habe das dringende Bedürfniss, mir den Hintern mit einem großen Schneeball abzuwischen.





Chili Nr 7: Susannes “Schreiende-Sensation-Chili”



Richter 1: Ein moderates Chili mit zu großer Betonung auf Dosenpepperoni.



Richter 2: Ahem, schmeckt als hätte der Koch tatsächlich im letzten Moment eine Dose Pepperoni reingeworfen. Ich mache mir Sorgen um Richter Nr. 3. Er scheint sich ein wenig unwohl zu fühlen und flucht völlig unkontrolliert.



Edgar: Ihr könnt eine Granate in meinen Mund stecken und den Bolzen ziehen; ich würde nicht einen Mucks fühlen.

Auf einem Auge sehe ich garnichts mehr und die Welt hört sich wie ein großer rauschender Wasserfall an. Mein Hemd ist voller Chili, daß mir unbemerkt aus dem Mund getropft ist und meine Hose ist voll mit Lavaartigem Schiss und passt damit hervorragend zu meinem Hemd. Wenigstens werden sie bei der Autopsie schnell erfahren was mich getötet hat.

Habe beschlossen das Atmen einzustellen, es ist einfach zu schmerzvoll. Was soll`s, ich bekomme eh keinen Sauerstoff mehr. Wenn ich Luft brauche, werde ich sie einfach durch dieses große Loch in meinem Bauch einsaugen.



Chili Nr. 8: Helenas Mount Saint Chili



Richter 1: Ein perfekter Ausklang; ein ausgewogenes Chili, pikant und für jeden geeignet. Nicht zu wuchtig, aber würzig genug um auf seine Existenz hinzuweisen.



Richter 2: Dieser letzte Bewerber ist ein gut balanciertes Chili, weder zu mild noch zu scharf. Bedauerlich nur, daß das meiste davon verloren ging, als…



… Richter Nr. 3 ohnmächtig vom Stuhl fiel und dabei den Topf über sich ausleerte. Bin mir nicht sicher, ob er durchkommt.

Armer Kerl … ich frage mich, wie er auf ein richtig scharfes Chili reagiert hätte.



Eine Sache

fällt mir gerade ein, eine Geschichte, bei der ich, wie schon so oft, am Intellekt der Kunden zweifle:

" Und es begab sich zu der Zeit, daß eine Dame, die sich um den Titel "Lieblingskundin" bewirbt, mit ihrem überdurchschnittlich attraktiven und eloquenten Sohn sein neues Auto abholte.
Der Adonis erhielt einen Hyundai i10 mit Vollausstattung ( von innen verstellbare Vorderräder, manuell öffnendes Fahrer- und Beifahrerfenster, Zusatzsitze zum Fahrersitz, um noch bequem 1,3 Personen zu transportieren...); das ganze Geschäft war von einem Kollegen von mir betreut worden, der aus mir unerfindlichen Gründen die Auslieferung nicht selber durchführen konnte.

Okay, am Ende habe ich verstanden, warum er nicht da war...
Warum er geradezu fluchtartig das Gelände, die Stadt und das Land verließ und seinen Namen änderte, als Mutter nebst Sohn in Reichweite kamen...

Mama wurde von mir höflich ( jau, passiert manchmal ) begrüßt und auf einen Kaffee eingeladen; um Kaffee zu kriegen, muß man entweder 50 Cent einwerfen oder an der Info eine Münze erhalten, diese kriegen aber NUR Kunden.
Okay, für Adonis nebst Erzeugerin die Münze geholt und die beiden zum Kaffeeautomaten eskortiert.

Mutter Adonis wies mich ziemlich direkt darauf hin, daß sie ein paar der Kaffeemünzen mit nach Hause zu nehmen gedenke, ich möge doch ein bis zwei Handvoll "organisieren", während sie ein bis zwei Handvoll Milch und Zucker in ihre Handtasche organisierte.
Mein Hinweis, daß ihr die Münzen doch außerhalb unseres Hauses nicht viel brächten, konterte sie mit der Antwort, daß es ja bestimmt noch woanders ähnliche Maschinen gäbe, alternativ könne sie sie ja auch für Einkaufswagen verwenden, Fahrscheinautomaten, sich eine Halskette daraus machen, sie sich in die Haare flechten...

Naja, nach einer gefühlten halben Stunde Diskussion konnte ich sie davon abbringen und wir zogen an meinen Schreibtisch.

Wer denkt, das Dilemma sei jetzt vorbei, der irrt!!!

Ich erspare jetzt die Details des administrativen Teils, soviel sei gesagt: Mama Adonis wollte von mir ein "Echtheitszertifikat" für den Fahrzeugbrief...

Adonis ließ des öfteren seine Schlagfertigkeit aufblitzen mit äußerst qualifizierten Statements:" Wer garantiert mir, daß das Fahrzeug neu ist?"
"Wir garantieren Ihnen das..."
"und wenn mir das nicht reicht?"
"??"
"Naja, Sie können doch lügen..."
"Stimmt, machen wir aber nicht... Es existiert ja auch ein Vertrag, aus dem hervorgeht, daß das Fahrzeug neu ist."
"Kann mich da keiner von Hyundai mal anrufen und mir das bestätigen?"
"Natürlich! Wen hätten Sie gerne? Den CEO?"
"Ja, das wäre toll...!"
"Okay, kann ich weitergeben, ich hoffe nur, Ihr Koreanisch ist besser als meins...
Eine Frage: Woher wissen Sie denn, daß der nicht lügt?"
"Stimmt... Naja, dann soll mich die Polizei arufen und mir das bestätigen..."

Erferulicherweise war die Mutter genauso "kompetent" wie ihr Adonis, insofern war die ganze Geschichte recht "kurzweilig"...

Okay, jetzt der Gang zum Auto; wer erwartet, daß dieses hochtechnische Vehikel selbsterklärend ist, hat sich gehörig vertan.

"Junger Mann, zeigen Sie ihm doch mal, wie alles funktioniert..."
Darauf ich: " Gerne.
Was genau ist Ihnen denn unklar?"
Sie"Na ALLES!"
Ich versuchet es mit Humor:" Okay, dann fangen wir mal an: Hier haben wir das Lenkrad, welches zum Ändern der Fahrtrichtung treue Dienste erweist..."
Sie:" Hör dem Mann genau zu und probiere mal aus, ob Du das schon kannst..."

Als ich merkte, daß sie das ernst gemeint hat, fing ich an, mir Sorgen zu machen, ob Adonis überhaupt schon einmal in einem Auto gesessen hat, aber laut Mama Adonis hat er sogar einen Führerschein...

In diesem Tenor lief die ganze Auslieferung.
Sie dauerte knappe zwei (!!) Stunden und brachte mir, da ich das Auto nicht verkauft habe, keinen Cent Provision, aber man ist ja Dienstleister.

Mutter Adonis dachte wohl auch, daß ich das gerne mache und fing an, die Grenzen meiner Dienstleistungsbereitschaft auszuloten...
Den Höhepunkt erreichte es, als ihr auffiel, daß das Auto nicht vollgetankt war:" Wieso ist das Auto denn nicht vollgetankt???"
"leider liefern immer weniger Hersteller die Fahrzeuge vollgetankt an die Händler und bei dem respektablen Nachlass, den Sie erhalten haben ( 21%!!!) ist ein voller Tank für uns leider nicht mehr bezahlbar..."
"Naja, das kann ich verstehen...!"
Jetzt war ich verunsichert ob dieser Aussage.
Aber sie relativierte gleich:" Dann geben SIE dem Jungen doch mal hundert Euro..."
Watt???
"Ähm... Wieso soll ich Ihrem Sohn 100 € schenken?"
"naja, Sie haben doch so viel für das Auto bekommen, da haben Sie doch 100 € übrig..."
Ich wies Sie darauf hin, daß ich nur ausliefere und dafür nichts bekomme, aber sie verfolgte einen ganz anderen Ansatz:" Wir haben das Auto doch bezahlt; nehmen Sie doch einfach 100 € davon, das tut Ihnen doch nicht weh..."
Ich versuchte, ihr begreiflich zu machen, daß das Geld, was sie bezahlt hat, der Firma gehört und nicht mir ( schade eigentlich) und daß mein Arbeitgeber es mit Sicherheit bemerkt, wenn ich anfange, sein Geld zu verschenken, aber dann schaltete sich Adonis in das Lamento ein:"Mama, gibt er mir jetzt 100 € oder nicht? Du hast gesagt, die erste Tankfüllung zahlt der Verkäufer... Ich habe doch nicht soviel Taschengeld..."
Mama Adonis stiegen Tränen in die Augen.
Mit einem vorwurfsvollen Blick schaute sie mich an, eine Hand auf den Stolz ihres Lebens weisend ( Adonis, nicht das Auto...) und versuchte es erneut:" Sie haben doch so viel Geld, jetzt geben Sie meinem Jungen doch 100 €..."
Ich verneinte erneut und wurde mit einem rüden "Dann fahren wir jetzt halt, danke dafür, daß Sie den kleinen enttäuschen..." entlassen.

Nach ca. 12 Versuchen schaffte Junior es auch, das Fahrzeug springend und bockend Richtung Tankstelle in Bewegung zu setzen und verabschiedete sich mit einem zornigen Blick von mir; was bin ich auch so geizig!!

Vielleicht... Vielleicht sollte ich anfangen etwas kundenorientierter zu denken und zu handeln; wäre es nicht schön, wenn ICH den Kunden die Autos bezahle?
Ich wäre der beliebteste Autoverkäufer der Welt!
Zumindest kurz, bis ich wegen meiner Schulden in Beugehaft käme... Aber die Kunden, diese treuen Seelen, würden mich mit Sicherheit besuchen...!

Wo bin ich hier...?

Wer bin ich??
Was mache ich??
Und warum schaut ihr mich alle an???

Nein, mal im Ernst: Ich weiß ich war bööööse und habe schon lange nichts mehr gepostet.
Bei mir hat sich einiges geändert, sowohl beruflich als auch privat: ich habe das Autohaus gewechselt, im Zuge dessen auch gleich zweimal die Marke ( womit wir wieder beim Thema "Kontinuität" wären...;) ) und privat... Naja, dazu äußere ich mich jetzt besser nicht.

Ich werde mal schauen, ob es hier ähnlich kurioses zu berichten gibt wie bei meiner alten Wirkungsstätte...;)

Bis dahin sage ich "tataaa"

Donnerstag, 22. April 2010

Ich lebe noch...

wenn man das als Leben bezeichnen kann...:)
Jammere ich eigentlich zu viel?? Oder kommt es mir nur so vor...? Ist all das wirklich begründet? Oder bin ich zu empfindlich? Wer bin ich eigentlich? Und was tue ich hier????

Es ist einer dieser Tage, wo ich immer etwas in´s Sinnieren komme, ob das, was ich tue, auch das richtige ist; es ist relativ ruhig, wenn man davon absieht, daß Käptn Chaos mir im Nacken sitzt und lustige Anregungen liefert, wie man den Verkauf und die Abwicklung optimieren könnte, die Sonne scheint, und die Pollen fliegen...
Was zur Hölle hält mich an meinem Schreibtisch????
Naja, vielleicht ist es die Sorge, daß er ( ihr wißt schon, wen ich meine ) meinen Schreibtisch "optimiert"... Das macht er ab und zu, mit durchschlagendem Erfolg! So durchschlagend, daß mein Suchaufwand sich verzehnfacht, aber die "Freizeit" *kicher* verkürzt wird...
Macht er aber nur, wenn er sich unbeobachtet glaubt.
Komischerweise glaubt er sich auch unbeobachtet, wenn ich 60 cm von ihm entfernt stehe...
Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie einen das Geraschel und Gewühle bei einem Verkaufsgespräch ablenkt...!!

Aber egaaaaaaal, dafür isser Scheff, und es ist, verglichen mit anderen Aktionen, nicht der Rede wert :)
Jeder andere Arbeitnehmer hätte ihn wahrscheinlich schon mit dem Kopp durch den Schreibtisch gerammt, aber meine Leidensgrenze ist in den Jahren hier massiv nach oben geschoben worden...

Zeigt sich dadurch nicht wieder, daß "Leiden" kein feststehender Begriff , sondern relativ zu betrachten ist...?

Verdammt, ich klinge schon wie Carrie Bradshaw von "Sex and the City", es rächt sich, daß ich alle (sic!) Folgen sehen mußte... Nur daß ich nicht von den ganzen Männern spreche, die ich verschleiße... Bei mir verschleißen nur die Nerven...^^


Naja, sonst passiert zur Zeit nichts wirklich spannendes, falls doch, halte ich Euch natürlich auf dem Laufenden

Dienstag, 7. Juli 2009

Eigentlich

ist alles normal...
Käptn Chaos waltet voller Inbrunst seines Amtes, die Kunden übertreffen sich in ihren Versuchen, mich in den Wahnsinn zu treiben...
Wird nur noch getoppt vom Wetter!
Ich meine, versteht mich nicht falsch, ich mag den Sommer...
Es ist warm, das Eis schmeckt besser, die Mädels tragen weniger Klamotten, die Heizkosten sinken... Alles klasse!
Nur blöd, wenn man in einem unklimatisierten Glaspalast arbeitet.
Wobei, die Bezeichnung "Palast" wirkt vielleicht irritierend...
"Glasgammelkasten" trifft es vielleicht eher :)
Und jetzt spinnen wir den Gedanken mal weiter: Was für eine Kleidung trägt der repräsentative Autoverkäufer...?
RIIIICHTIIIIG: Anzug!
Natürlich mit Krawatte!
Also, fassen wir zusammen: gefühlte 45°C Innentemperatur bei einer Luftfeuchtigkeit von 85 % treffen auf nen gestressten und genervten Typen mit einem gezwungenen freundlichen Lächeln, der einen Anzug mit Krawatte trägt...
Und das ganze wird forciert von aufmunternden Kommentaren wie " wie halten Sie das hier nur aus, also ich würde ja schwitzen..." seitens der Kunden...
Tja, dafür gibt es offiziell nur einen Grund: Ich bin nicht irgendein Autoverkäufer, ich bin DER AUTOVERKÄUFER!!!
Zum Glück sind meine Lederschuhe mit Gore-Tex ausgekleidet, das hält die Feuchtigkeit draußen.
Und noch besser: Es hält die 15l Schweiß, die ich nach dem Konsum von ca. 200ml Wasser aus meinen Poren drücke, da, wo mein Kunde sie nicht sieht...;)

Freitag, 6. März 2009

Der alltägliche Wahnsinn

Liebe Leser ( falls ihr existiert),

mein Leben ist um neue Erfahrungen bereichert worden :)
die kürzere zuerst:

Ihr erinnert Euch doch (hoffentlich) bestimmt an meinen Beitrag über die Verbindlichkeit von Aussagen oder Arbeitsanweisungen meines Chefs :)

Heute wurde dieser Eindruck verstärkt;
mein Chef äußerte den Wunsch, daß alle (!!) Rechnungen bei ihm auf dem Schreibtisch zu landen haben, da er den Rechnungseingangskorb eher selten kontrolliert...

Gesagt, getan, ich legte meinem Chef heute ein paar Rechnungen auf den Schreibtisch und wurde gleich mit der bei ihm aktuell üblichen Lautstärke begrüßt...
Was mir denn einfiele, die da hinzurotzen, er sei doch kein Mülleimer...

Mein Einwand, daß ich doch auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin handele, wies er mit dem wohldurchdachten Argument zurück, daß von mir zitierte Aussage doch schon ein paar Tage her sei...

Kontinuität, wie Du mir doch fehlst...^^

Das zweite Highlight meines Tagewerks betrifft das Fahrzeug von Frau X.

Frau X ist Anwältin und hat vor einigen Jahren ein Fahrzeug bei uns geleast...

Nun drängt sich der Verdacht auf, daß eine Anwältin ihr Auto pflegt, zumindest optisch sollte es ja gut aussehen aber: Weit gefehlt!

Der Zustand dieses "Fahrzeugs" spottet jeder Beschreibung...
Der Geruch, der die Nase schon auf 2m Entfernung kitzelt, erinnert an einen "menstruierenden Schlecht-Wetter-Hund" und das Interieur...

Um geschätzte 20 € für Baumarkt-Fußmatten zu sparen, hat sie Löcher in den Fußraum getreten, die durch die ganzen Schichten bis zum Bodenblech(sic!) reichen, also eher Krater...

Der Urheber des Geruchs scheint ein leichtes Haarproblem gehabt zu haben, alle(!!) Polster sind von einer so dichten Haarschicht überzogen, daß sie eher wie ein Floccati aussehen als wie Autositze...
Das ganze wird von einer Staub-Schmutz-Schlamm-Siph-Schicht überzogen, die unseren Aufbereiter in die Kündigung trieb.
Ich möchte an dieser Stelle unseren externen Fahrzeugpfleger zitieren:" Mei, steckts die Rutsche an, kann nur besser werden..."

Naja, jetzt ist das Auto für ein paar Tage beim reinigen und Dekontaminieren, ich bin ja mal gespannt, welche Farbe der Innenraum normalerweise hat...;)

Mittwoch, 4. Februar 2009

Lang, lang ist´s her

daß ich hier was gepostet habe...
Dafür muß ich mich entschuldigen, gibt aber zwei wirklich gute Gründe:
1.) Ich hatte sowas von keine Zeit
2.) lief hier nur der gaaanz normale Wahnsinn, also nichts, was jetzt sonderlich herausgestochen wäre bis...
Ja, bis die Bundesregierung fand, man müsse meinen Job interessanter machen und der ganzen Autoverkäufergeschichte eine höhere Qualität geben.

"Qualität" kommt aber schon von "Qual", oder...? :D
Zumindest ist das der Eindruck, den ich peux a peux gewinne, wenn ich an Berlins neuestes Kind denke: Die Abwrackprämie!

Geht das nur mir so oder denkt jeder, der dieses Wort hört, sofort an "Abfuckprämie"?
Darf ich das Wort hier eigentlich posten?
Ich meine jetzt "Abfuckprämie"...
Oder riskiere ich damit, daß mein Blogg jetzt FSK16 geratet wird...?
Naja, letztendlich isses ja auch wurscht, liest ja eh keiner, was ich hier verwurstel, insofern: who cares...?

Aber nochmal zu meinem Lieblingsfolterinstrument, der A.-prämie: Alle kennen es, keiner weiß, wie es läuft, am wenigsten die BAFA, und das sind diejenigen, die dat ganze Ding bearbeiten müssen...^^ Super geplant!!

Naja, in den letzten 14 Tagen kammen ca. 250 Kunden (gefühlt waren es 2.500 ) um sich das ganze mal genauestens erklären zu lassen und um sich von mir die 2.500 € pro Auto vorlegen zu lassen...
Nein, machen wir nicht...
Angeblich machen das alle, aber wir nicht...
Wenn ich das den Kunden zugestehen würde, müßte mein Chef jetzt 625.000 € hinterherlaufen, und das kann er nicht gut finden!!
Wobei...*muahaha*
Bringt seinen Kreislauf wieder etwas in Schwung...^^
Vielleicht sollte ich mal werbung schalten mit nem Bild vom Chef, untertitel: Ich schenk´Ihnen die Abrwacksteuer...^^
Naja, trotzdem, bisher haben wir den Zaster nicht vorgelegt laut der frustrierten Kundschaft macht das aber sonst jeder...
Wirklich J E D E R !!
Warum kaufen die dann bei mir??
Ich bin böse, ich gebe denen kein Geld...
Naja, ich kenne ja ein paar leute mit einer ähnlich masochistischen Neigung, die auch im Autohaus arbeiten, und die geben dat Geld auch alle nicht raus, sondern lassen den Staat zahlen...
Fassen wir also zusammen: Alle Autohäuser, in denen ich niemanden kenne, legen die Kohle vor, die anderen nicht :)

O gott, der nächste mit nem 93ér Golf kommt, der will bestimmt auch wieder 2.500 Eier von mir...
Ich mach für heute mal Schluß, wenn ihr in den nächsten Tagen nichts hört, sitze ich wegen mehrfachen Kundenmordes im Zuchthaus ("wie ist das noch gleich mit der Abwrackprämie, das Geld kriege ich doch von Ihnen, oder...")